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1 January 2006

Martin A. Samuels: Manual of Neurologic Therapeutics

Münchensteinerstrasse 117, 4053 Basel, Switzerland
Philadelphia: Lippincott Williams & Wilkins;
2004. 7th edition. Paperback, XIV,
578 pages, 7 ill.
Fr. 67.–, ISBN 0-7817-4646-9
Dieses Buch soll laut Vorwort als «therapeutisches Kompendium» neurologischer Krankheiten angesehen werden. Diesbezüglich präsentiert die 7. Auflage einige interessante Neuerungen, wie die Einbeziehung eines ganzen Kapitels über Neuro-Onkologie und die Überarbeitung aller Teile seit der Veröffentlichung der 6. Auflage, um den neuen Erkenntnissen in jedem spezifischen Bereich gerecht zu werden.
Ausführlich umfasst der Inhalt alle Richtungen und «Subrichtungen» der klassischen Neurologie und behandelt auch grenzständige Themen, wie chronischen Schmerz, toxische Krankheiten des Nervensystems, Neuro-Ophthalmologie und Schlafstörungen. In allen Kapiteln und Unterkapiteln ermöglicht die klare Unterteilung mit Einführung, Pathophysiologie, Diagnose, Prognose und Behandlung eine übersichtliche und logische Gliederung.
Da das Buch, wie allzu oft in unseren Zeiten, von unterschiedlichen Spezialisten geschrieben worden ist, entsteht manchmal beim Durchlesen das Gefühl, dass jedes Kapitel ein Mikrouniversum darstellt, das eine gewisse Redundanz und zum Teil subjektive Prägung nicht vermeiden kann. Diesem Gedanken kann gegenübergestellt werden, dass das Werk kein Lehrmittel im klassischen Sinne darstellt und deswegen eher zum Nachschlagen bei spezifischen Problemen gedacht ist.
Allerdings wirkt das Ganze weiterhin manchmal uneinheitlich. Die meisten Kapitel sind zwar sehr sorgfältig und für die Praxis durchaus hilf- und lehrreich (z.B. Koma und neurologische Intensivpflege, Epilepsie, Neuro-Onkologie, zerebrovaskuläre Erkrankungen, Demenz, die beiden Kapitel über periphere Störungen, Neuro-Infektiologie). Andere behandeln aber die diagnostischen und ätiologischen Aspekte fast mehr als die therapeutischen (z.B. Neuro-Ophthalmologie). Noch andere sind einseitig, wie der Teil über «Multiple Sklerose und andere demyelinisierende Erkrankungen», wo praktisch nur die Rede vom ersten ist und der Leser vergeblich nach der aktuellen Behandlung vom Devic-Syndrom oder von der progressiven multifokalen Leukoencephalopathie (die selbst unter den Infektionskrankheiten nicht erwähnt ist) sucht. Schliesslich fehlen hier und da wichtige praktische Ratschläge trotz ausgezeichneter pathophysiologischer und pharmakologischer Besprechungen, wie z.B. im Schlaganfall-Kapitel, wo die Wichtigkeit der Lagerung des Patienten nicht erwähnt wird, oder bei der Myasthenie, wo die Differentialdiagnose zwischen cholinerger und myasthenischer Krise nicht angegangen wird.
Zusammenfassend erscheint das Buch hilfreich für die Behandlung der wichtigsten neurologischen Erkrankungen. Es sollte vor allem, als Nachschlagewerk, jüngeren Kollegen, weniger dem Spezialisten, empfohlen werden.
A. O. Rossetti, Boston (USA)

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