Heidelberg: Carl-Auer Verlag 2016.
279 Seiten, Kt, 2016.
ISBN: 978-3-8497-0054-6.

Das vorliegende Werk über Idiolektische Gesprächsführung lädt schulenübergreifend und interdisziplinär Fachleute ein, sich mit dieser Methode auseinandersetzen. Anschaulich wird die Theorie zur Entwicklung der Eigensprache altersgruppenspezifisch in verschiedenen klinischen Vignetten dargestellt, welche die typischen Problemstellungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie widerspiegeln. Das Lesen ruft eigene Fälle in Erinnerung und animiert zum Reflektieren über neue und hilfreiche Strategien der Gesprächsführung.
Idiolektik bezeichnet die Eigensprache eines Individuums. Die Intention der idiolektischen Gesprächsführung beruht darauf, dem Patienten in seiner Eigensprache zu begegnen. Die verschiedenen Kanäle der Kommunikation, wie z.B. die Körpersprache, werden miteinbezogen. Die Kunst des Therapeuten besteht darin, die Schlüsselbegriffe in den Geschichten zu identifizieren und diese wieder ins Gespräch zu bringen. Dazu bedarf es des guten Zuhörens. Der Patient fühlt sich durch die Schlüsselbegriffe erkannt und verstanden. Die Eigensprache gibt dem Patienten Mut und Bestätigung sich zu öffnen. Er wird angeregt, nach Lösungen zu suchen.
In acht Kapiteln spannt sich der Bogen der Entwicklung der Eigensprache vom Säuglingsalter bis zu den Jugendlichen. Bei den Kindern werden Bilder besonders in die idiolektische Gesprächssführung einbezogen.
Der Autor und und seine Koautoren beschreiben ihre anregenden Erfahrungen mit weiteren Personengruppen wie Eltern und Fachpersonal. In allen Kapiteln finden sich reichlich anschauliche Fallbeispiele, mit denen die Umsetzung der Idiolektik nachvollzogen werden kann. Im letzten Kapitel wird der Nutzen der Idiolektik herausgearbeitet. Es ist ein Werk, das Verständnis und freundliche Zuwendung im Kontakt mit Kindern und Erwachsenen zum dezidierten Ziel erklärt. Es bringt uns die verschiedenen Felder der Idiolektik näher und hat meines Erachtens für Anfänger wie für Fortgeschrittene viel zu bieten.
Susanne Kunz Mehlstaub, St. Gallen
This is an open-access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution Non-Commercial No Derivatives (CC BY-NC-ND) 4.0 License.