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1 January 2010

Routinedaten in der Psychiatrie – sektorenübergreifende Versorgungsforschung und Qualitätssicherung

Münchensteinerstrasse 117, 4053 Basel, Switzerland
Der Band «Routinedaten in der Psychiatrie – Sektorenübergreifende Versorgungsforschung und Qualitätssicherung» wurde vor dem Hintergrund eines Hauptseminars der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) zur Weiterentwicklung von Routinedaten verfasst.
Zunächst werden vorhandene Dokumentationssysteme in verschiedenen psychiatrischen und psychosomatischen Settings verdichtet dargestellt. Der erste Artikel bietet als Einstieg eine informative Übersicht. Neben der Darstellung von Funktionen, Stärken und Limitationen der bisherigen Basisdokumentation (BADO) macht der Autor konkrete Vorschläge für zukünftige Verbesserungen (z.B. hinsichtlich der Dokumentation von Behandlungsprozess und Outcome) und verweist auf internationale Erfahrungen hinsichtlich der Entwicklung eines sektorübergreifenden Datensets. Als zielführend wird im ersten Teil des Buches ein modularer Aufbau der BADO gesehen, welcher Kernvariablen enthält und bundesweit eingesetzt wird. Neben inhaltlichen Verbesserungsmöglichkeiten (z.B. hinsichtlich der Dokumentation von Zwangseinweisungen und -massnahmen) werden auch praktische Hinweise gegeben (z.B. die Anbindung von medizinischen Daten an ein KIS).
Weiterhin wird die Bedeutung von Qualitätsindikatoren (z.B. auf der Basis von Behandlungsleitlinien) zur Qualitätsverbesserung in der Medizin herausgestellt. Innovativ erscheint die Optimierungsmöglichkeit von Qualität und Wirtschaftlichkeit durch Behandlungspfade und die Betrachtung von Behandlungsepisoden. Wiederholt wird in dem Werk betont, dass Routinedaten inklusive Kostendaten (für Kosteneffektivitätsanalysen und vor dem Hintergrund der Einführung neuer Entgeltsysteme) nicht nur sektorübergreifend, sondern auch personenbezogen sein sollten. Abschliessend wird auf den wichtigen Punkt hingewiesen, dass Routinedatenerhebungen kontinuierlich und unter wissenschaftlicher Begleitung erfolgen sollten, um valide und damit für die Psychiatrieplanung brauchbare Daten zu generieren.
Insgesamt handelt es sich um eine differenzierte und komprimierte Darstellung der Anwendung und des Nutzens von Routinedaten. Die Lesbarkeit wird durch praktische Folgerungen am Ende jedes Beitrags und durch eine inhaltliche Gewichtung aller Beiträge am Schluss des Werkes erhöht. Eine tabellarische Übersicht über einzelne Dokumentationssysteme wäre aufgrund der Informationsvielfalt zusätzlich wünschenswert gewesen. Die Abhandlung ist vor allem Fachpersonen zu empfehlen, die im Bereich der Versorgungsforschung, im Klinik- oder Qualitätsmanagement oder der Gesundheitsökonomie tätig sind.
Ingeborg Warnke, Zürich

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