Oxford: Oxford University Press; 2008. Hardback, 200 Seiten, 37 z.T. farbige Abb. £ 24.95, ISBN 978-0-19-921798-4
Der Mensch lebt nicht für sich allein. Die Entdeckung der Spiegelneurone zu Beginn der neunziger Jahre markierte die biologische Basis für die Verknüpfungen zwischen Wahrnehmungen und (Re-)Aktionen, die das menschliche Hirn beständig herstellt. Rizzolatti und Kollege fanden ursprünglich, dass Neurone zur Steuerung von Motorik bei Affen auch aktiv wurden, wenn Bewegungen von Artgenossen beobachtet werden. Während kommender Jahre intensiver Forschung wurde jedoch zunehmend die Bedeutung der Spiegelneurone für das komplexe Zusammenwirken von Sinneswahrnehmungen und menschlichem Verhalten erkannt. Spiegelneurone sind involviert, wenn wir Verhalten und Intentionen anderer beobachten und verstehen, uns im Raum bewegen, kommunizieren, imitieren, lernen, Empathie empfinden, im sozialen Kontext agieren und reagieren.
Der Neurowissenschaftler Giacomo Rizzolatti und der Wissenschaftsphilosoph Corrado Sinigaglia präsentieren in ihrem Buch «Mirrors in the Brain» einen Überblick über die Bedeutung der Spiegelneurone und die Konsequenzen dieser Entdeckung für die kognitiven Neurowissenschaften. Es werden ebenso traditionelle Konzepte über die neuroanatomische und -funktionelle Organisation des Gehirns vorgestellt wie neuere Befunde, die Annahmen über die teils unimodale und -direktionale Spezifi -zierung von Hirnarealen aufweichen. Viele Abbildungen, anschauliche Beispiele und eine prägnante Sprache machen das Buch zu einem lesenswerten Exkurs zu Teilaspekten der Neurowissenschaften für den «Experten», aber auch für Studenten. Das Buch ist seit kurzer Zeit auch auf Deutsch erhältlich.
U. Toepel, Lausanne
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