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1 January 2003

H. Förstl, Hrsg.: Frontalhirn. Funktionen und Erkrankungen

Münchensteinerstrasse 117, 4053 Basel, Switzerland

H. Förstl, Hrsg.: Frontalhirn. Funktionen und Erkrankungen

Heidelberg: Springer; 2002. Gebunden, XII, 372 Seiten, 34 Abb., 19 Tab. Fr. 124.–/v 79.95, ISBN 3-540-42078-9
Das 372 Seiten umfassende Werk, verfasst von mehr als einem Dutzend Autoren, versucht in 15 Kapiteln das heutige Wissen über den Aufbau, die Funktion und die bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen resultierenden Störungen des Frontalhirns darzustellen. Das Schwergewicht liegt, wie die Herkunft der Verfasser bereits vermuten lässt, im psychiatrischen Bereich. Nach einer Übersicht über neurobiologische, neuropsychologische und psychopathologische Aspekte des Frontallappens folgt ein zweiter, klinischer Teil mit einer Präsentation ausgewählter Erkrankungen, die diese Hirnregion betreffen. Dabei werden die frontotemporalen Degenerationen, die vaskulären Erkrankungen und die Frontallappenepilepsie in einem eher neurologischen, nachfolgend die Schizophrenie, die affektiven Störungen, die Borderline- und antisozialen Persönlichkeitsstörungen sowie die frontalen Funktionsstörungen bei Alkoholabhängigkeit in einem vorwiegend psychiatrischen Teil besprochen. Überraschend kurz und an das Ende des klinischen Teils gestellt, fällt das Kapitel Frontalhirnsyndrome nach Schädel-Hirn-Trauma aus. Der dritte und letzte Teil des Buches ist den Behandlungsansätzen gewidmet, wobei hier fast ausschliesslich neuropsychologische Verfahren berücksichtigt werden.
Die Stärken des Buches liegen in der umfassenden Abhandlung des Themas, der sparsamen, aber gut gewählten Verwendung von Abbildungen und Tabellen und dem Umfang und der Aktualität der berücksichtigten Literatur. Weniger gelungen ist das Kapitel «Affektive Störungen»: Hier werden auf breitem Raum Studienergebnisse mit bildgebenden Verfahren aufgelistet, ohne dass eine wissenschaftlich sinnvolle Fragestellung oder ein klinischer Bezug erkennbar wird. Störend wirken beim Durchlesen des gesamten Werkes die häufigen Wiederholungen der eingangs erwähnten Grundlagen sowie Fehler in Legenden und Orthographie. Wünschenswert wäre in einer allfällig weiteren Auflage eine verstärkte Berücksichtigung des Morbus Parkinson, der Multiplen Sklerose und der Suchterkrankungen. Insgesamt handelt es sich dennoch um ein Buch, mit dessen Hilfe Neurologen, biologisch interessierte Psychiater und Neuropsychologen ihr Wissen erweitern und vertiefen können.
Th. Baumann, Basel

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