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31 March 2002

Möglichkeiten in der Diagnostik und Therapiekontrolle von Vorhofflimmern mit modernen 2-Kammer-Schrittmachersystemen: ein illustratives Fallbeispiel!

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Kardiologie, Universitätskliniken, Kantonsspital, Petersgraben 4, CH-4031 Basel, Switzerland
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Author to whom correspondence should be addressed.

Einleitung

Vorhofflimmern (AF) ist die häufigste anhaltende Rhythmusstörung und bedingt eine nicht zu vernachlässigende Morbidität und Mortalität. Mit der zunehmenden Uberalterung unserer Gesellschaft nimmt die Häufigkeit von AF weiter zu und gewinnt zusätzlich an Bedeutung im klinischen Alltag. Aufgrund der ungenügenden Wirksamkeit der medikamentösen antiarrhythmischen Therapie wurden in den letzten Jahren zunehmend nichtpharmakologische Therapiekonzepte entwickelt, so auch auf dem Gebiete der Herzschrittmacher-Technologie [1]. Moderne 2Kammer-Schrittmacher (PM)-Systeme haben heute neben der konventionellen Funktion als Bradykardie-Schutz zusätzlich ausgebaute Arrhythmie-Speicherfunktionen, welche das Management von Patienten insbesondere mit paroxysmalem AF erleichtern können. Einzelne PM-Systeme bieten zudem bereits die Möglichkeit, mit speziellen präventiven Stimulationsalgorithmen die Häufigkeit von paroxysmalem Vorhofflimmern zu reduzieren oder sogar mittels anti-tachykarder Stimulation zu beenden [2,3]. Die grösseren Studien, welche die Effektivität solcher Methoden zur Verhinderung resp. Therapie von Vorhofflimmern beweisen sollen, sind allerdings noch im Gange.
Anhand eines Fallbeispieles sollen die diagnostischen Möglichkeiten eines solchen PM-Systems illustriert werden.

Fallbeispiel

Bei einer 83jährigen Patientin wurde aufgrund einer symptomatischen Sinusknotendysfunktion mit Brady-Tachykardie-Syndrom die Indikation zur PM-Implantation gestellt. Aufgrund von dokumentiertem paroxysmalem Vorhofflimmern wurde ein Vitatron Prevent AF TM Modell 920 DDDRP-Schrittmacher implantiert. Mit diesem PM-System können Beginn und/oder Ende einer programmierbaren Anzahl von Tachykardie-Episoden «beat to beat» aufgezeichnet werden. Die im Arrhythmietagebuch gespeicherten Episoden können anlässlich einer PM-Kontrolle graphisch als «Frequenz-Profil-Diagramm» oder als «Marker-EKG-Diagramm» beurteilt und ausgedruckt werden.
Die Abbildungen zeigen die «FrequenzProfil-Diagramme» von kurzen Episoden mit paroxysmalem Vorhofflimmern (Abb. 1) einerseits und einer AV-Knoten-Reentry- resp. junktionalen Tachykardie (AVNRT, Abb. 2) andererseits bei derselben Patientin. Diese Beispiele zeigen, wie sich verschiedene Formen und auch die «Onset-Charakteristika» (auslösender Mechanismus) von Arrhythmien differenzieren lassen. Mit entsprechenden Tachykardie-Zählern und Histogrammen lassen sich zusätzlich Häufigkeit, Dauer, zirkadiane Verteilung oder das Frequenzspektrum von Vorhofsarrhythmien aufzeichnen. Diese Informationen sind zur Steuerung und zur Kontrolle der Effektivität einer medikamentösen Therapie (oder präventiver StimulationsAlgorithmen) hilfreich. In speziellen Fällen (wie in Abb. 2) können sogar interventionell behebbare (Radiofrequenz-Ablation) Trigger wie eine AVNRT identifiziert werden. Einschränkend muss darauf hingewiesen werden, dass «under-sensing» oder «far field-sensing» die Diagramme verfälschen und damit zu falschen Konklusionen führen können. Andere PM-Systeme, welche auch das effektive intrakardiale EKG-Signal aufzeichnen, bieten hier zusätzliche Vorteile.
Abbildung 1. Die Beat-to-beat-Aufzeichnung (1–46) zeigt initial eine supraventrikuläre Tachykardie mit 1 :1 AV- bzw. VA-Leitung (1 : 1 SVT, z.B. eine AVNRT). Diese AVNRT / 1 : I-SVT scheint AF zu triggern, welche dann in Vorhofflimmern (AF) übergeht mit intrinsischer Uberleitung unter Mode switching in DDl-Modus. ○ = atriales Sensing, ● = atriales Pacing, □ = ventrikuläres Sensing, ■ = ventrikuläres Pacing. Programmiert im DDD-Modus mit unterer Grundfrequenz 60 bpm (A), obere Grenzfrequenz 120 bpm (B), Arrhythmie-Detektions-Frequenz 170 bpm (C), Mode switching in DDl-Modus mit Tachy-falIback-Frequenz 70 bpm, Ohne Rate response und ohne AF-PräventionsaIgorithmen.
Abbildung 2. Die Beat-to-beat-Aufzeichnung (1–40) zeigt ein paroxysmales Vorhofflimmern (AF) mit intrinsischer Überleitung, zweimalig induziert durch jeweils eine früheinfallende supraventrikuläre Extrasystole (*), dazwischen Sinusrhythmus mit häufigen supraventrikulären Extrasystolen (+) (z. T. im Bigeminus) mit technischer Überleitung an oberer Grenzfrequenz. ○ = atriales Sensing, ● = atriales Pacing, □ = ventrikuläres Sensing, ■ = ventrikuläres Pacing. Programmiert im DDD-Modus mit unterer Grundfrequenz 60 bpm (A), obere Grenzfrequenz 120 bpm (B), Arrhythmie-Detektions-Frequenz 170 bpm (C), Mode switching in DDI-Modus mit Tachy-faIlback-Frequenz 70 bpm, ohne Rate response und ohne AF-PräventionsaIgorithmen.

References

  1. Gillis, A.M. Pacing to prevent atrial fibrillation. Card. Pacing 2000, 18, 25–36. [Google Scholar] [CrossRef] [Scilit] [PubMed]
  2. Hoffmann, E.; Janko, S.; Steinbeck, G.; Edvardsson, N.; Camm, J. Onset scenarios of paroxysmal atrial fibrillation using new diagnostic pacemaker functions. PACE 2000, 23(4/part Il), 656. [Google Scholar]
  3. Huegl, B.; Ziegenbalg, D.N.; Bratanow, S.; Schuler, G.; Kottkamp, H.; Hindricks, G. Is overdrive stimulation therapy a therapeutic option in pacemaker patients with paroxysmal atrial fibrillation? First results of a new dual chamber stimulator. Eur. Heart J. 2000, 21, 604. [Google Scholar]

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