H. Kopp, M. Ludwig:
Stuttgart: Thieme; 2007. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. IX. Gebunden, 342 Seiten, 377 Abb., 31 Tab.
CHF 76.40 / € [D] 44.95/ € [A] 46.30.
ISBN 978-3-131109330.
In der 3. Auflage ihrer «Checkliste Doppler- und Duplexsonographie» geben Kopp und Ludwig einen prägnanten Überblick über das Wissen, das in einem Doppler- und Duplexlabor einer medizinischen Klinik notwendig ist. Im Kitteltaschenformat beschreiben die Autoren:
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- Die technischen Grundlagen der Doppler- und Duplexsonographie;
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- In Flussschemata die klinischen Entscheidungsprozesse für häufige vaskuläre Erkrankungen wie periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) und Beinvenenthrombose;
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- Fallstricke und häufige Probleme in Zusammenhang mit doppler- und duplexsonographischen Verfahren;
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- Anatomie, Normal- und typische pathologische Befunde und Fallbeispiele für die Arterien und Venen verschiedener Gefässregionen: obere und untere Extremitäten, Abdomen, extra- und intrakranielle Arterien;
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- Allgemeine Befundungskriterien und Dokumentation.
Mit vielen qualitativ hochwertigen Abbildungen sowie übersichtlichen Graphiken und Illustrationen bietet das Buch Wissen für den klinischen Alltag, insbesondere für den interdisziplinär tätigen Internisten.
Aus neurologischer Sicht enthält das Buch jedoch zu viele Unzulänglichkeiten und ist deshalb für den neurologischen Assistenzarzt, der die Verfahren erlernt, oder den neurologischen Facharzt, der eine Diagnostik der extra- und intrakraniellen Gefässe auf dem aktuellen Stand von Wissen und Technik anbieten will, nicht geeignet. An vielen Stellen fehlt die Gesamtsicht auf das klinische Problem, die Verknüpfung mit klinisch-neurologischen Befunden und der Anamnese des Patienten sowie der notwendige Hinweis auf weitergehende neurovaskuläre Verfahren wie die Computertomographie und die Magnetresonanztomographie (MRI), jeweils mit Angiographie und Perfusionsmessung. Um nur drei Beispiele herauszugreifen: (1.) Der Goldstandard zum Nachweis einer Karotisdissektion, das fett-supprimierte MRI, wird nicht erwähnt. Vielmehr wird die Duplexsonographie als ausreichend darstellt, wenn sie Hinweise für ein falsches Lumen – was sehr selten der Fall ist – oder Stenosen/Verschlüsse bietet. (2.) Das Flussschema zur akuten Schlaganfalldiagnostik hätte man besser durch ein Schema zum oftmals schwierigen Prozedere bei symptomatischen/asymptomatischen Karotisstenosen ersetzt. Das Schlaganfall-Schema listet vor Beginn einer Thrombolyse die MR-Angiographie oder digitale Subtraktionsangiographie als notwendige Massnahme auf. Dies entspricht nicht dem leitlinienkonformen Vorgehen und ist gefährlich, weil es wertvolle Zeit kostet. (3.) Im Kapitel zur Basilarisstenose wird die Antikoagulation auch bei fehlender klinischer Symptomatik als indiziert genannt. Dabei existiert nicht einmal Evidenz für die Antikoagulation einer symptomatischen, geschweige denn einer asymptomatischen Basilarisstenose. Dieses Vorgehen wird selten mehr praktiziert.
Somit ist die Checkliste allenfalls als Nachschlagewerk für einige typische Befunde und Abbildungen in einem neurologischen Duplexlabor sinnvoll, kann aber nicht zum Studium empfohlen werden.
Andreas R. Luft, Zürich
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