Ziel der vorliegenden Studie war es, im Einzugsgebiet des Kantonsspitals Olten in einer retrospektiven Analyse alle Frauen zu erfassen, die in den Jahren 1981 bis 1995 mit der Diagnose eines akuten Myokardinfarktes (AMI) hospitalisiert waren und über diese Zeitspanne nach Veränderungen bezüglich Infarkthäufigkeit,
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Ziel der vorliegenden Studie war es, im Einzugsgebiet des Kantonsspitals Olten in einer retrospektiven Analyse alle Frauen zu erfassen, die in den Jahren 1981 bis 1995 mit der Diagnose eines akuten Myokardinfarktes (AMI) hospitalisiert waren und über diese Zeitspanne nach Veränderungen bezüglich Infarkthäufigkeit, Altersverteilung, Zeitintervall zwischen Symptombeginn und Spitaleintritt, Infarktgrösse und -lokalisation, kardiovaskulären Risikofaktoren sowie Verlauf inkl. Komplikationen während der Hospitalisation sowie Spitalmortalität zu suchen.
Methode: Retrospektive Analyse von Daten aus Krankengeschichten aller Frauen, die 1981–1995 am Kantonsspital Olten mit der Diagnose eines AMI hospitalisiert waren. Bildung von 2 Altersgruppen (<60 Jahre und ≥60 Jahre) und Vergleich der Daten über 3 Zeitperioden (1981–1985, 1986–1990, 1991–1995).
Resultate: 1. Die Gesamtzahl der AMI nahm bei den Frauen parallel zu derjenigen der Männer ab (
p = 0.02). 2. Der Anteil der jüngeren Frauen nahm von 9.5% in den Jahren 1981–1990 auf 16.8% in den Jahren 1991–1995 zu (
p = 0.03). 3. Bei den jüngeren Frauen konnte eine massive Zunahme des Nikotinabusus festgestellt werden (
p = 0.000). 4. Die Gesamtmortalität sank über 15 Jahre von 29% auf 20%, wobei diese Abnahme bei den älteren Frauen signifikant war (
p = 0.03).
Schlussfolgerung: Unsere Untersuchungen zeigen, dass der Anteil der jüngeren Frauen mit AMI zunimmt. Dies bei einer insgesamt leichten Abnahme der Gesamtzahl der Infarktpatientinnen. Die Präventionsbemühungen auf dem Gebiet der koronaren Herzkrankheit sollten deshalb auch auf jüngere Frauen ausgedehnt werden, wobei insbesondere dem Problem des Nikotinabusus die gebührende Beachtung zu schenken ist.
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