Thomas A. Abbott, Edwin Abbott, Conor L. Mallucci und Spyros Sgouros, Hrsg.: Cerebrospinal Fluid Disorders. Informa Healthcare; 2009. Gebunden, 590 Seiten, 320 Abb. Preis Euro 274.99. ISBN 978-0824728335.
Das vorliegende Buch behandelt auf 568 Seiten in englischer Sprache sämtliche Liquorzirkulationsstörungen bzw. mit Liquor assoziierten Erkrankungen («CSF Disorders»).
Zunächst erfolgt eine ausführliche Einführung über anatomische Grundlagen, Embryologie, Medizinhistorisches, Bildgebung, Liquordruckmessung, Neuropsychologie und das Screening eines intrauterinen Hydrozephalus. Dann folgen krankheitsspezifische Kapitel, in denen die häufigsten Störungen des Liquorsystems besprochen werden. Im dritten Teil des Buches werden operative Techniken (Shunt, Ventrikulostomie) inklusive Diagnostik, Komplikationen und Nachsorge beschrieben, um dann abschliessend auf Kontroversen und Perspektiven hinzuweisen und soziale und ethische Probleme zu diskutieren: intrauterine Operationen, patientenbezogene Aspekte, ethische Schwierigkeiten und Behandlungen in Entwicklungsländern.
Das Buch ist sehr informativ, klar strukturiert und hat stets einen praktisch-klinischen Bezug. Es ist gut lesbar und durch seine zahlreichen ergänzenden, durchwegs gelungenen Abbildungen verständlich. Die einzelnen Kapitel wurden von mehr als 50 verschiedenen international auf ihrem Spezialgebiet führenden Experten geschrieben, was sich in einer hohen Qualität und Aktualität der jeweiligen Kapitel widerspiegelt. Durch die unterschiedlichen Autoren bleibt das Buch lebendig.
Inhaltlich werden alle relevanten Kenntnisse und Aspekte liquorbezogener Erkrankungen didaktisch klug und erfreulich differenziert erörtert und diskutiert. Durch seinen umfassenden Charakter ist es für ein breites ärztliches Publikum interessant und z.B. für Neurochirurgen, Neurologen und Neuropädiater unmittelbar praxisrelevant.
Das Buch eignet sich zum kompletten Durchlesen, ist aber auch ein exzellentes Nachschlagewerk. Es hat zu Recht die Auszeichnung «Highly recommended» des «British Medical Association (BMA) Medical Book Award 2010» erhalten.
Ulf Kallweit, Michael Linnebank, Zürich