Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN); Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Hrsg.: Diagnose- und Behandlungsleitlinie Demenz.
Springer; 2010. 1st Edition.
Reihe: Interdisziplinäre S3-Praxisleitlinien, Band 0. Softcover, 353 Seiten.
Preis Euro 29.95. ISBN 978-3-642-13091-5.
Nach ihrer Vorstellung auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) 2009 in Berlin ist in der Reihe Interdisziplinäre S3-Praxisleitlinien die Diagnose- und Behandlungsleitlinie Demenz unter Herausgeberschaft der DGPPN und der Deutschen Neurologischen Gesellschaft (DGN) im Springer Verlag erschienen.
Auf 353 Seiten umfasst das Buch ein Kapitel zur Methodik der Leitlinienentwicklung, die S3-Leitlinie «Demenzen» in einer Lang- und in einer Kurzversion, eine Leitliniensynopse zu den nationalen und internationalen Leitlinien, die zur Erstellung der S3-Leitlinie herangezogen worden sind und ein Kapitel mit einem weiteren Methodenreport und Evidenztabellen, in denen die Studien aufgeführt werden, die den Empfehlungen zu Diagnostik und Therapie zugrunde liegen. Am Ende befindet sich ein Literaturverzeichnis mit den Originalarbeiten, auf die im Buch Bezug genommen wird.
Die Leitlinie ist von einer Steuerungsgruppe und einer Expertengruppe aus den Reihen von insgesamt 28 Fachgesellschaften und Organisationen, die in Deutschland mit Demenzerkrankungen verbunden sind, erarbeitet worden. Fachgesellschaften aus der Schweiz und Österreich sind nicht vertreten. Die Gültigkeit der Leitlinie beträgt zwei Jahre ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Der Prozess der Leitlinienerstellung ist in der Beschreibung transparent und sehr gut nachvollziehbar. Die Dokumentation der Informationsquellen ist ebenfalls sehr gut. Die Leitlinie hält zu allen wesentlichen Aspekten der Diagnostik und Therapie von Demenzerkrankungen konkrete graduierte Handlungsempfehlungen bereit, die mit entsprechenden Evidenzgraden begründet sind. Die starke Betonung der Evidentbasierung lässt Expertenmeinungen und Punkte der «Guten Klinischen Praxis» in den Hintergrund treten. Für Verhaltensstörungen in schweren Demenzstadien würde man sich vielleicht mehr Empfehlungen aus diesen letzteren Kategorien wünschen, da hier die Studienlage spärlich und ein streng evidenzbasiertes Vorgehen in der klinischen Praxis oft nicht ausreichend ist.
Das Buch ist insgesamt sehr gelungen und empfehlenswert. Es vermittelt Sicherheit in der Behandlung von Demenzpatienten in handlichem Format und zu einem günstigen Preis. Die Leitlinie ist auch auf der Homepage der DGPPN (
www.dgppn.de) als PDF erhältlich.
M. Axel Wollmer, Basel