Ehrung
Am Dies academicus der Universität Lausanne wurde Herrn Prof. Luc Ciompi die Würde eines Doctor honoris causa verliehen. Diese Ehrung erfolgt hauptsächlich aufgrund seiner Erforschung des Langzeitverlaufes psychischer Störungen in der «Enquête de Lausanne», seines Konzeptes der Affektlogik sowie des Aufbaues von spitalexternen gemeindepsychiatrischen Übergangsinstitutionen in Lausanne und Bern, mit Einschluss der seit 1984 bestehenden therapeutischen Gemeinschaft «Soteria» zur milieutherapeutischen Alternativbehandlung von akut an Schizophrenie erkrankten Patienten. Zusätzliche Information findet sich unter www. ciompi.com. Herzliche Gratulation. (K. S.)
Neue Leitung in der psychiatrischen Privatklinik La Métairie
Dr. Nicola Gervasoni, von den Universitären Psychiatrischen Diensten Genf, übernimmt die Leitung der Klinik als Ärztlicher Direktor ab Oktober 2008, und Prof. François Ferrero bleibt als wissenschaftlicher Direktor (20%). Die Klinik soll renoviert werden, und als spezifische Angebote stehen die Behandlungen von affektiven und posttraumatischen Störungen zur Verfügung. Eine neue Tagesklinik wird eingerichtet werden, und mit Hilfe einer eigenen Stiftung sollen auch allgemein versicherte Patienten dort behandelt werden können. Information: www.lametairie.ch.
(K. S.)
Gruppen
Für die Kollegen, die mit Gruppen arbeiten, ist das Jahr 2008 durch den Verlust des argentinischen Psychoanalytikers, Psychiaters und Sozialpsychologen Armando Bauleo gekennzeichnet. Er ist im April in Buenos Aires seinem Krebsleiden erlegen.
Bauleo trat 1969 am Römer Kongress der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung mit Kollegen aus der Schweiz, Frankreich und Italien in Verbindung, was langfristig bewirkte, dass er ausser in Spanien auch in diesen europäischen Ländern als Ausbildner und Supervisor tätig wurde und so die Konzepte der Operativen Gruppe hier verbreitete. Es handelt sich dabei um ein Ensemble von «Schemata», die Gruppenvorgänge theoretisch und praktisch beschreibbar und handhabbar machen. Wo immer diese Konzepte vorgestellt werden, stossen sie bei Fachleuten auf Interesse und Zustimmung. Bei ihrer Anwendung in Lehrinstituten und psychiatrisch-therapeutischen und weiteren institutionellen Bereichen wie Verwaltungen, Gefängnissen, Unternehmen, Selbsthilfegruppen usw. werden kreative Potentiale freigesetzt, die zur Vertiefung der Lernvorgänge und zur Entfaltung der Kommunikation und Produktion verhelfen.
In Lateinamerika ist die «Methode der Operativen Gruppen» sehr verbreitet – Bauleo kritisierte daran schon, dass es oft zu oberflächliche «Anwendungen» seien – und in Spanien, Italien und der Schweiz wird damit in diversen Bereichen, klinisch, pädagogisch und sozial, gearbeitet.
Reaktionen auf die Todesnachricht sind im Internet, unter anderem auf der Website
www.agog.ch, erschienen.
Bauleo hatte eine einzigartige Präsenz und Wirksamkeit, in seinen Publikationen wie im direkten Einsatz als Analytiker, Supervisor, Gruppenkoordinator und nicht zuletzt als Freund. Er hinterlässt eine schmerzende Lücke, bleibt aber, wie man im spanischen Sprachraum sagt, «presente». (Th. v. Salis)