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Swiss Archives of Neurology, Psychiatry and Psychotherapy is published by MDPI from Volume 176 Issue 1 (2026). Previous articles were published by another publisher in Open Access under a CC-BY (or CC-BY-NC-ND) licence, and they are hosted by MDPI on mdpi.com as a courtesy and upon agreement with Editores Medicorum Helveticorum (EMH).
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Christof Koch, mit einem Vorwort von Francis Crick: Bewusstsein. Ein neurobiologisches Rätsel †

by
EMH Swiss Medical Publishers Ltd.
Münchensteinerstrasse 117, 4053 Basel, Switzerland
Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag; 2005. 1. Auflage 2005. Gebunden, XVII, 448 Seiten. Fr. 77.–/1 48.–, ISBN 3-8274-1578-0.
Swiss Arch. Neurol. Psychiatry Psychother. 2006, 157(8), 392-393; https://doi.org/10.4414/sanp.2006.01799
Published: 1 January 2006
Das Buch beginnt mit den Zahnschmerzen des Autors: Trotz seines Wissens um die beteiligten neuronalen Verbindungen bleibt für ihn die Frage offen: «Wie kam es, dass Natrium, Kalium, Kalzium und andere Ionen, die in meinem Gehirn umherwanderten, dieses scheusslich unangenehme Gefühl hervorriefen?» Ausgehend von dieser «banalen Manifestation» des Leib-Seele-Problems setzt sich Christof Koch mit dem Bewusstsein als einem der letzten grossen ungelösten Rätsel der Wissenschaft und grösstem Rätsel der Biologie auseinander. Er vermutet, dass die Antworten auf die zentralen Fragen, die in dem Buch gestellt werden, ein neues Menschenbild prägen werden:
Was ist Bewusstsein, und wie lässt es sich definieren?
Wozu ist es nutze?
Sind nur wir Menschen damit ausgestattet?
Warum laufen so viele unserer tagtäglichen Handlungen unbewusst ab?
Christof Koch, geboren 1956, studierte Physik und Philosophie und erhielt im Jahre 1986 einen Ruf an das California Institute of Technology in Pasadena, an dem er eine Professur für kognitive und Verhaltens-Biologie innehat und die Abteilung für Computation and Neurosystems leitet. Er arbeitete eng mit Francis Crick, der zusammen mit James Watson die Struktur der DNA entdeckte, an den neurobiologischen Grundlagen des Bewusstseins.Auch das vorliegende Buch ist in enger Zusammenarbeit mit Francis Crick, der im Jahre 2004 starb, entstanden.
Angeregt durch die Frage, wie das, was die Philosophen «Qualia» nennen—die Röte von Rot und die Schmerzhaftigkeit von Schmerz –, aus dem Zusammenwirken von Nervenzellen, Gliazellen und dazugehörigen Molekülen erwächst, liegt ein Schwerpunkt des Buches auf den neuronalen Korrelaten des Bewusstseins (NCC). Das Verhalten von Neuronen wurde überwiegend an Rhesusaffen untersucht, parallele Erkenntnisse an Menschen miteinbezogen.Aus diesem Grund kommen Phänomene wie Sprache und Träume kaum vor. Das Buch konzentriert sich auf Wahrnehmung, insbesondere visuelle Wahrnehmung; die schwierigeren Aspekte des Bewusstseins, wie etwa Selbstbewusstsein und Emotionen, werden beiseite gelassen.
Die Arbeitshypothese des Buches ist, dass Bewusstsein aus neuronalen Merkmalen des Gehirns erwächst. Koch nimmt an, dass die physische Grundlage des Bewusstseins eine «emergente» Eigenschaft ist, die aus spezifischen Wechselbeziehungen zwischen Neuronen und ihren Elementen resultiert. Obwohl Bewusstsein mit den Gesetzen der Physik vollständig vereinbar ist, kann es aus diesen Gesetzen weder abgeleitet noch verstanden werden. Koch nennt seinen Ansatz selbst einen «praktischen» und lässt sich dabei von dem «Prinzip der begrenzten Nachlässigkeit», das der Molekularbiologe Max Delbruck empfohlen hatte, inspirieren. Seine «Arbeitsdefinition» geht davon aus, dass Bewusstsein operativ für Nicht-Routine-Aufgaben erforderlich ist, die einen Informationsrückhalt über Sekunden hinweg verlangen. Aus forschungspragmatischen Gründen konzentriert sich Koch auf das visuelle Empfinden oder Bewusstsein, da dieses mehr als andere Aspekte von Sinnesempfindungen der empirischen Untersuchung zugänglich ist.
Koch geht ferner davon aus, dass die neuronalen Korrelate des Bewusstseins explizite neuronale Repräsentationen erfordern. Ein Merkmal wird explizit, wenn ein kleines Ensemble benachbarter kortikaler Neuronen dieses Merkmal kodiert. Eine explizite Repräsentation ist eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für die NCC. Koch vermutet, dass der Ort der expliziten Repräsentation für ein Merkmal mit dessen essentiellem Knoten korrespondiert. Neuronales Substrat für diese Konzepte ist die Säulenorganisation der Information.
Kritisch zu dem von Koch verfolgten Ansatz ist anzumerken, dass die eingangs von ihm beschriebene Fragestellung in weiten Bereichen unangetastet bleibt. In dem Buch werden vielmehr—weitgehend akzeptierte—Konzepte zu vorbewussten Informationsverarbeitungsprozessen—insbesondere im Bereich des visuellen Systems—dargestellt. Das bedeutende Feld der Molekularbiologie wird nur am Rande berührt. Ebenso liefert das Buch keine überzeugenden Lösungsansätze im Hinblick auf das philosophische Problem der sogenannten «Erklärungslücke».
Eine besondere Stärke des Buches besteht darin, dass der Fliesstext sehr flüssig geschrieben ist. In den Fussnoten findet sich eine Fülle kompetenten Hintergrundwissens. Weitere wichtige Informationen bietet das ausführliche Literaturverzeichnis in diesem sehr sorgfältig edierten Buch.
Das Buch vermittelt einen ausgezeichneten Überblick über die aktuelle neurobiologische Bewusstseinsforschung. Es werden einige erste Teil-Antworten auf die eingangs gestellten Fragen gegeben. Die Verlockung, das Rätsel Bewusstsein zu lösen, bleibt bestehen, wie Laotse vor langer Zeit bemerkte: «Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem einzigen Schritt.»
H. Böker, Zürich

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MDPI and ACS Style

EMH Swiss Medical Publishers Ltd. Christof Koch, mit einem Vorwort von Francis Crick: Bewusstsein. Ein neurobiologisches Rätsel. Swiss Arch. Neurol. Psychiatry Psychother. 2006, 157, 392-393. https://doi.org/10.4414/sanp.2006.01799

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EMH Swiss Medical Publishers Ltd. Christof Koch, mit einem Vorwort von Francis Crick: Bewusstsein. Ein neurobiologisches Rätsel. Swiss Archives of Neurology, Psychiatry and Psychotherapy. 2006; 157(8):392-393. https://doi.org/10.4414/sanp.2006.01799

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EMH Swiss Medical Publishers Ltd. 2006. "Christof Koch, mit einem Vorwort von Francis Crick: Bewusstsein. Ein neurobiologisches Rätsel" Swiss Archives of Neurology, Psychiatry and Psychotherapy 157, no. 8: 392-393. https://doi.org/10.4414/sanp.2006.01799

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EMH Swiss Medical Publishers Ltd. (2006). Christof Koch, mit einem Vorwort von Francis Crick: Bewusstsein. Ein neurobiologisches Rätsel. Swiss Archives of Neurology, Psychiatry and Psychotherapy, 157(8), 392-393. https://doi.org/10.4414/sanp.2006.01799

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