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Swiss Archives of Neurology, Psychiatry and Psychotherapy is published by MDPI from Volume 176 Issue 1 (2026). Previous articles were published by another publisher in Open Access under a CC-BY (or CC-BY-NC-ND) licence, and they are hosted by MDPI on mdpi.com as a courtesy and upon agreement with the previous journal publisher.
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Gerhard W. Eschweiler, Barbara Wild, Mathias Bartels, Hrsg.: Elektromagnetische Therapien in der Psychiatrie. Elektrokrampftherapie (EKT), Transkranielle Magnetstimulation (TMS) und verwandte Verfahren

Basel, Switzerland
Swiss Arch. Neurol. Psychiatry Psychother. 2003, 154(8), 467; https://doi.org/10.4414/sanp.2003.01442
Published: 1 January 2003
Darmstadt: Steinkopff; 2003.
Gebunden, XXIV, 301 Seiten, 28 Abb.
Fr. 124.–/€ 79.95, ISBN 3-7985-1351-1
In einem ersten Teil des Buches finden sich 15 unterschiedlich ausführliche Artikel zur Elektrokrampftherapie (EKT), die zum Teil von den Herausgebern, zum Teil von anderen Autoren wie K.-J. Schott, W. Schlotter, S. Bork und A. Batra verfasst wurden. Während nach der Einführung dieser Therapie durch Cerletti und Bini (1938) in den Jahren 1940–1960 die Elektrokrampftherapie bei therapieresistenten Depressionen und Schizophrenien oft angewendet wurde, ist sie später von den Antidepressiva einerseits und den Neuroleptika andererseits weitgehend verdrängt worden. Die Autoren des vorliegenden Bandes unternehmen es nun zu zeigen, dass insbesondere bei schweren, therapieresistenten depressiven Erkrankungen und Manien wie auch bei zur Chronifizierung neigenden Schizophrenien, wenn diese durch Psychopharmaka nicht oder nicht genügend therapeutisch beeinflusst werden können, die EKT indiziert ist. Obschon, wie aus den verschiedenen Artikeln hervorgeht, heute subtiler wirkende Apparate und kleinere Strommengen als früher verwendet werden, kommt es als Folge davon aber immer noch vorwiegend zu vorübergehenden kognitiven Störungen und Beeinträchtigungen des Kurzzeitgedächtnisses.
Im zweiten Teil des Buches wird in 12 Kapiteln durch G. W. Eschweiler und C. Plewnia über die Transkranielle Magnetstimulation (TMS) und andere Verfahren wie die Magnetic Seizure Therapy (MST) als Weiterentwicklung der Elektrokrampftherapie und die Vagusnervstimulation (VNS) bei therapieresistenten Depressionen und anderen psychischen Störungen berichtet. – TMS beruht auf dem Prinzip der elektromagnetischen Induktion, das bereits Faraday 1831 entdeckt hat. Die moderne transkranielle Magnetstimulation wurde durch A. T. Barker et al. in Sheffield, England, 1985, entwickelt. Die Autoren konnten mit einem Zwei-Tesla-Gerät und einer Rundspule erstmalig am Menschen den motorischen Kortex per TMS reizen und so die Funktion der Pyramidenbahn überprüfen. Die TMS nutzt das induzierte Magnetfeld als Vehikel, um die äusseren Hüllen des Kortex zu überwinden und ihn elektronisch zu erregen. Die hierbei induzierte Stromdichte beträgt, wie die Autoren berichten, etwa 1–20 mA/cm2. Heute wird die TMS vor allem bei Depressionen, Manien, Schizophrenien, Zwangserkrankungen und posttraumatischen Belastungsstörungen eingesetzt, wobei die Arbeiten, die über positive Resultate berichten nur leicht zu überwiegen scheinen. Die Vagusnervstimulation (VNS) mittels eines subkutan durch den linken Musculus pectoralis in den linken N. vagus implantierten «Neuro-Cybernetic-Prosthesis(NCP)-System» wird vor allem bei der therapieresistenten Epilepsie eingesetzt. Der Haupteffekt davon liegt nach den Autoren insbesondere in einer stimmungsregulierenden Funktion, während sich keine deutliche Verminderung der Anfallshäufigkeit ergab.
Das Vielmännerbuch vermittelt einen wertvollen Überblick über die erwähnten Methoden, wenn auch in den Kapiteln des ersten Teils manche Wiederholungen vorkommen. Allen Psychiaterinnen und Psychiatern, die sich über die angeführten, zum Teil noch in Erprobung befindlichen Therapien orientieren möchten, ist das Studium des Buches zu empfehlen.
R. Battegay, Basel

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Battegay, R. Gerhard W. Eschweiler, Barbara Wild, Mathias Bartels, Hrsg.: Elektromagnetische Therapien in der Psychiatrie. Elektrokrampftherapie (EKT), Transkranielle Magnetstimulation (TMS) und verwandte Verfahren. Swiss Arch. Neurol. Psychiatry Psychother. 2003, 154, 467. https://doi.org/10.4414/sanp.2003.01442

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Battegay R. Gerhard W. Eschweiler, Barbara Wild, Mathias Bartels, Hrsg.: Elektromagnetische Therapien in der Psychiatrie. Elektrokrampftherapie (EKT), Transkranielle Magnetstimulation (TMS) und verwandte Verfahren. Swiss Archives of Neurology, Psychiatry and Psychotherapy. 2003; 154(8):467. https://doi.org/10.4414/sanp.2003.01442

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Battegay, R. 2003. "Gerhard W. Eschweiler, Barbara Wild, Mathias Bartels, Hrsg.: Elektromagnetische Therapien in der Psychiatrie. Elektrokrampftherapie (EKT), Transkranielle Magnetstimulation (TMS) und verwandte Verfahren" Swiss Archives of Neurology, Psychiatry and Psychotherapy 154, no. 8: 467. https://doi.org/10.4414/sanp.2003.01442

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Battegay, R. (2003). Gerhard W. Eschweiler, Barbara Wild, Mathias Bartels, Hrsg.: Elektromagnetische Therapien in der Psychiatrie. Elektrokrampftherapie (EKT), Transkranielle Magnetstimulation (TMS) und verwandte Verfahren. Swiss Archives of Neurology, Psychiatry and Psychotherapy, 154(8), 467. https://doi.org/10.4414/sanp.2003.01442

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