Oberhausen: Athena-Verlag; 2003.
1. Auflage. Gebunden, 206 Seiten, 12 Abb.
Fr. 48.–/1 27.50, ISBN 3-89896-172-9
Die Gerontopsychiatrie und -psychotherapie kommt – wie kaum ein anderes Gebiet der Medizin – nicht ohne eine ganzheitliche Betrachtungsweise aus.
Das vorliegende Buch ist diesem Gedanken verpflichtet und präsentiert die Vielschichtigkeit der Alterspsychiatrie aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln der in diesem Bereich tätigen Berufsgruppen: von Psychiatrie und Innerer Medizin, Psychotherapie, Kunst- und Musiktherapie über ernährungswissenschaftliche Aspekte, pflegerische und pädagogische bis zu rechtlichen Fragen.
Die verschiedenen Beiträge wurden aus der Praxis für die Praxis geschrieben – jedem Beitrag sind besonders hervorgehobene Kasuistiken beigefügt.
In diesem Buch werden ausgewählte Bereiche der Alterspsychiatrie und Psychotherapie dargestellt. Die Herausgeber haben nicht den Anspruch, Wissensstoff zu vermitteln, es wird keine Systematik der Gerontopsychiatrie geboten. Dieses Buch ist deshalb auch kein Lehrbuch, sondern eher ein Sammelband.
Ein Schwerpunkt dieses Sammelbandes ist der Umgang mit Demenzkranken.Verdienstvoll ist, dass von der Literatur vernachlässigte, aber in der Praxis häufige Problemsituationen wie «der laute Patient» oder «Demenz und Sexualität» – hier fundiert und aus eigener Anschauung und Erfahrung abgehandelt werden. Die Kapitel über Wahn, Depression und Delir sind differenziert, umfassend und prägnant.
Bemerkenswert sind auch die Artikel über Musik- und Kunsttherapie in der Alterspsychiatrie, denen in der Praxis grosse Bedeutung zukommt, über die aber selten publiziert wird.
Der Band entstand aus einer Arbeitstagung «Gerontopsychiatrie 2000 – eine Standortbestimmung» und will auf aktuelle Strömungen in der Alterspsychiatrie neugierig machen. Er ist nicht nur lesenswert für Ärzte, sondern auch für alle anderen in diesem Gebiet tätigen Berufsgruppen. Die Stärken dieses Buchs – die unterschiedlichen Blickwinkel – haben auch eine Schattenseite: die einzelnen Artikel sind heterogen und richten sich an eine interessierte Leserschaft mit sehr unterschiedlichem Erfahrungs- und Wissenshintergrund.
Die Darstellung der gerontopsychiatrischen Versorgungsstrukturen und ihrer Entwicklung ist auf Deutschland beschränkt, die rechtlichen Fragen beziehen sich auf das deutsche Betreuungsgesetz. Für den Schweizer Leser wäre gerade bei den rechtlichen Fragen ein entsprechender Bezug zum Schweizer Recht wünschbar gewesen.